Die Glocken von Wyhl

möchten sie die Glocken der Wyhler Kirche zuhause hören?

hier ein Link dazu: https://www.ebfr-glocken.de/media/download/integration/16490/110728_quartett.mp3

Hier die Quelle dazu: https://www.ebfr-glocken.de/glockensuche/glocken-kirchen/?tab=detail&scene=detail&m=61566&e=61684&id=604

 

Spendenaufruf für die Wyhler Denkmäler

Heimatverein Wyhl_Flyer Spendenaufruf Wegkreuze

Der  große Brand in Wyhl

270 Jahre „Feuersbrunst“  07.03.1751-07.03.2021

Diese Woche jährt sich zum 270. mal ein für die Wyhler Ortsgeschichte bedeutendes Ereignis. Am Sonntag, den 07. März 1751, brach in Wyhl ein verheerendes Feuer aus, nachdem die 62 jährige Anna Trutt ihren Stall ausgeräuchert hatte. Bisher hat vor allem die abscheuliche Reaktion auf diesen Brand Aufmerksamkeit erfahren:   Anna Trutt wurde am 21. April 1751 in Endingen als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diesem Verbrechen hatte sich unter anderem Edwin Röttele mehrfach angenommen, nicht zuletzt vor zwanzig Jahren, zum 250. Jahrestag des Justizmordes.

Das Feuer selbst und seine Auswirkungen auf das Dorf haben indes weniger Aufmerksamkeit erfahren.   Das Feuer brach laut dem Tagebuch des hiesigen Pfarrers nachmittags um halb zwei aus.  Innerhalb kürzester Zeit breitete es sich auf weitere Stallungen aus. Löschutensilien wurden zur Eindämmung durch den Vogt und Adlerwirt  Johannes Schweizer aus dem „Spritzenhisli“ verteilt, Feuerreiter wurden in die Nachbarorte versandt. Der Abt Peter Klunk aus St.Märgen schrieb hierzu: „Die Nachbarschaft hat villes geholfen, und haben nur die Kenzinger 80 Mann mit Sprizen, Feueraimer etc. darzu geschickt.“  Der Brand entfachte laut dem Abt oben im Dorf, in Richtung Endingen. Versucht man nun den Brandverlauf nachzuempfinden, müssen die damaligen Ortsverhältnisse berücksichtigt werden. Wyhl glich noch einem mittelalterlichen Dorf, die Häuser standen eng beinander und waren mit Stroh und Holzschindeln bedeckt, breite Straßen gab es wenige und die Wege trugen andere Namen. So hieß die Hauptstraße „Lange Gass“, in der Guldengasse verlief eine Stichgasse namens „St. Märgemer Gass“. Die Ortsfläche entsprach nur  etwa einem Drittel des heutigen Dorfes. Der Ortsetter erstreckte sich von Ost nach West von der Etterstraße bis zur Reckholderstraße, und von Norden nach Süden von der Weisweiler Straße bis zur Endinger Straße. Nach Fritz Späths Beschreibung kann am Brandtag von einem Südwest Wind ausgegangen werden. Diese Behauptung deckt sich mit dem Schadensbild, das von dem Abt Peter Glunk gegeben wird, wonach der größte Schaden im Bereich der St.Märgemer Gasse entstand. Die Zahl der insgesamt zerstörten Häuser liegt, je nach Quelle, zwischen 80 und 88 Häusern. Peter Glunk erwähnt außerdem ein Pferd und vier Kühe, sowie ein dreijähriges Kind (nach der Ortschronik Blasius Blum), welche durch das Feuer umgekommen seien. Die brennenden Schindeln der Häuser seien bis nach Weisweil geflogen, die Totenbäume auf dem Friedhof hätten ebenfalls Feuer gefangen, auch die hölzernen Brunnensäulen verbrannten , was als übernatürliches Zeichen gedeutet wurde. Das Wasser der Brunnen habe für die Löscharbeiten nicht mehr ausgereicht, der Brandweier am Rheinbrückle (Nepomuk) sei leergeschöpft gewesen. Die Löschketten wurden daher bis an den Rheingießen (Mühlbach) gebildet. Nach dem Feuer wurde mehrere Nächte Brandwache gehalten um wieder aufflammende Glutnester zu ersticken. Hierbei haben sich vor allem die Endinger Helfer über alle Maße verdient gemacht.

Insgesamt wurde der Schaden auf 80 000 Gulden geschätzt, Peter Glunk erwähnt außerdem „1000 Viertel Frucht“ welche „theils verbrennt, theils gestollen worden“ seien.  Die Ausmaße des Brandes waren für die Dorfbewohner nicht rational zu erklären, die Mutmaßungen eskalierten und Anna Trutt wurde schnell denunziert und verhaftet. Die erste Nacht wurde sie im Lehrerhaus in einer Kammer unter der Treppe festgesetzt, dort wo heute das Feuerwehrhaus steht. Erstmals schrieb 1780 ein Journalist Sander in der Leipziger Zeitung über den Vorfall, in einem „Beitrag zur Hexengeschichte von Deutschland“. Detailgenau wird dargelegt, was Anna Trutt später unter Folter ausgesagt hatte. Auch die Initialen der Wyhler Denunzianten wurden von Sanders erfasst. Die Zahl der Schaulustigen bei Anna Trutts Hinrichtung schwankt zwischen 6000 und 12000 Anwesenden.

Der Brand hatte langfristige  Auswirkungen auf das Wyhler Ortsbild. Der Ort sollte sich nach dem Wiederaufbau  über seine ehemaligen Grenzen erstrecken, damit mehr Raum zwischen den Häusern liegen könne. Es entstanden neue Straßen und Gässlein. Es kann vermutet werden, dass beispielsweise die Adlergasse hier ihren Ursprung hat. Der damalige Wyhler Rat erstellte außerdem laut Fritz Späth eine Brandgeschädigten Liste und zwei Wyhler Bürger erhielten eine Genehmigung, um in anderen Ortschaften Spenden zu sammeln,  welche in einem Sammlungsbuch eingetragen wurden. So spendeten beispielsweise Königschaffhausen 12 Viertel Frucht und Leiselheim sechs Viertel. Peter Glunk erwähnt außerdem den Wiederaufbau der Wyhler Scheune im Juni 1751 als Brandhilfe anderer Ortschaften, sie sei „größer und weith besser gemacht worden.“  Heute kann in der Guldengasse an einigen Fachwerkhäusern anhand der Balkenritzung erkannt werden, ob sie beim Brand vom 07.März 1751 beschädigt wurden.

Die Geschichte des Brandes kann einerseits als Erinnerung dienen, wie Ortschaftsgrenzen bei der Bekämpfung des Brandes und beim Wiederaufbau überschritten wurden und Solidarität mit den Wyhler Bürgern* innen gezeigt wurde. Es muss aber immer gemahnt werden, dass einzelne als Sündenböcke hinhalten mussten und Verbrechen begangen wurden, die durch die Ausmaße des Brandes nicht gerechtfertigt werden können. Die Geschichte der Feuersbrunst von 1751 und ihre Auswirkungen ist somit vielschichtig und verdient es, weiterhin Aufmerksamkeit zu erfahren.

Joachim und Niklas Kniebühler, Februar 2021, Heimatverein Wyhl

„Viel Rüstgewehr und wenig Ehr“

Vortrag mit Dr. Stefan Mäder, im Schützenhaus Wyhl im März 2019. 90 Personen lauschen dem spannenden Vortrag von Dr. Stefan Mäder

Ein Bericht dazu finden sie hier in der Badischen Zeitung:

Hier eine Zusammenfassung vom Vortrag mit Dr. Stefan Mäder am Freitag 08.02.2019, Kooperationsveranstaltung des Schützen und Heimatverein Wyhl eV:

„Viel Rüstgewehr und wenig Ehr“

Nahezu achtzig Personen konnte der Vorsitzende der Wyhler Schützen,  Arno Müßle, am Freitagabend  19:30 Uhr im Saal begrüßen. Die Anwesenden setzten sich hauptsächlich aus  Mitgliedern der umliegenden  Jäger, Schützenvereinen und Geschichtsvereinen zusammen. Das historische Ambiente  in der ehemaligen Zigarrenfabrik eignete sich hervorragend für diesen Anlass. Joachim Kniebühler vom Heimatverein Wyhl begann mit einem  kurzen Einblick in die Wyhler Dorfgeschichte und zeigte mit Bildern und Texten die Ereignisse im 17 Jhdt. und vom dreißigjährigen Krieg.

Dabei kamen einige Details, entnommen aus der Wyhler Chronik von Fritz Späth, wieder ans Tageslicht. Anschließend zeigte Dr. Stefan Mäder die Entwicklung der Militärtechnik. Hier ging es um die Veränderung  der Kampfesweise mit allerlei Waffen sowie die Entwicklung der Waffengattungen und deren Einsatz.

Anschaulich  mit Texten und Bildern aber auch mit originalen Gegenständen wie z.B. historischen Schwertern, Degen und Spießen erklärte Stefan Mäder die Geschichte der Waffen und Hilfsmitteln vergangener Tage, ohne diese zu verherrlichen oder die Schrecken der Kriege zu verdrängen. Zum Schluss stellte er sich dem nachfragenden Publikum zur Verfügung und die mitgebrachten historischen Waffen konnten von den Zuhörern angefasst und selbst erforscht werden.

Die Kooperation zweier Vereine war heute ein Erfolg und wird mit anderen Wyhler Vereinen zukünftig gesucht werden, meinte der Vorsitzende des Heimatverein Joachim Kniebühler. Jeder Verein hat sein Thema und damit seine Geschichte die man allgemein aber auch auf das Dorfgeschehen hin beleuchten kann.

Er übereichte zum Schluss einen guten selbstgebrannten an Hr. Müßle und Hr. Mäder als Geschenk  und man saß noch gemütlich zusammen.

Broschüre:

1933-1945 Wyhl am Kaiserstuhl, unser Dorf in friedloser Zeit. Der Heimatverein hat eine Broschüre mit dem Historiker Dr. Norbert Ohler herausgebracht. In dieser Broschüre wird unser Dorf in friedloser Zeit gezeigt.

Wyhl im Nationalsozialismus und Krieg, Erzählungen, Bilder und Berichte aus dieser Zeit.

Erhältlich in der Wyhler Bücherei oder bei uns im Museum für  5,-€.

 

Ferienspielaktion 2018

Ausflug in das Alamannen Museum Vörstetten

Bei heißem Wetter machten sich die Vorstands Mitglieder Christine Hanselmann, Jürgen Bleier und Joachim Kniebühler (unterstützt von Melanie Kniebühler) gegen 13.30 Uhr mit den Kindern auf den Weg nach Vörstetten. Mitgefahren sind 12 Kinder.

Im Museum empfing uns der promovierte Archäologe Dr. Nicklot Krohn gemeinsam mit dem Praktikanten Hr. Bölstler.

Wir stießen alle gemeinsam eine Pforte in das sechste Jahrhundert auf. Im Vörtstetter Museum gingen wir auf den Spuren unserer Vorfahren, den Alemannen, durch ein original rekonstruiertes Dorf aus der Zeit nach der Völkerwanderung. Wir erfuhren wie die germanischen Stämme vom Norden in unsere Gegend kamen und mit den Römern hier lebten.

Auch Wyhler Exponate (!) sind in der Ausstellung zu finden.

Wir tauchten in den Alltag der Alemannen ein und lernten wie sie zusammen mit ihren Tieren in einem Pfosten-Langhaus lebten und sich selbst versorgten. Wir kamen in den Garten und sahen, was die Alemannen anbauten und aßen. Im Handwerkerhaus durften wir sehen wie die Menschen früher zum Beispiel schmieden, tischlern und weben konnten.

Das Schöne und Interessante in dem Museum war, dass wir alles anfassen durften und mit den Gegenständen sogar arbeiten konnten. So haben wir Lehm gestampft und eine Lehmwand hergestellt und Körner zu Mehl gemahlen und Stockbrot gebacken.

Es war ein abenteuerlicher Nachmittag und wir haben viel aus unserer Geschichte gelernt. Gegen 17.45 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Wer mehr über das Alamannen-Museum Vörstetten wissen oder es selbst mal besuchen will, kann sich → hier informieren

Denkmalschutz

Der Heimatverein Wyhl engagiert sich auch für den Erhalt von unseren Wyhler  Kleindenkmälern.
Von 2011 bis 2017 wurden viele Wegkreuze, Grenzsteine und andere Denkmäler gelistet und dem Denkmalamt Stuttgart übergeben.

Der Heimatverein appelliert zum Erhalt solcher Kunst und Kulturgegenständen.

Sonderausstellung Wyhler Keltischer Grabhügel:

Von November 2018 bis Mai  2019 zeigte der Heimatverein mit der Gemeinde Wyhl die Ergebnisse der Ausgrabung (2011)eines Eisenzeitlichen Grabhügels.

Keltische Wyhler Geschichte wurde  im Wyhler Museum gezeigt.

Der Heimatverein dankt  der Gemeinde Wyhl -Hr. Bürgermeister Burger und dem Denkmalamt Freiburg –Fr. Dr. Gertrud Kuhnle für dieses tolle Event.



Am Sonntag, den 8. April 2018 fand unsere Bilderausstellung zum Thema

Kinder, wie die Zeit vergeht!

in der Turn- und Festhalle Wyhl statt. 
[Den Bericht der Badischen Zeitung → können Sie hier lesen.]

Bildaustellung Festhalle Wyhl, Joachim Kniebühler (Vorstand)

Gezeigt wurden Bilder vergangener Tage und Rudi Schwörers Film über unser Dorf.

Besonderen Anklang fand auch die Vorstellung des neuen Projekts des Heimatverein “Das Wyhler Malbuch mit dem Mops Bläsi”.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und viele erkannten sich oder schon längst verstorbene Verwandte auf den gezeigten Fotos aus früheren Tagen wieder.

Eine rundum gelungene Veranstaltung!

Vielen Dank an alle Helfer!

Bildausstellung Festhalle Wyhl

Balthasar Ehret

Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswoBUCHVORSTELLUNG Die Anti-AKW-Bewegung in den 1970er Jahren machte die Bevölkerung des Kaiserstuhls zu Verfechtern des zivilen Ungehorsams und des bürgerlichen Widerstandes. Kaiserstühler, Elsässer und Nordschweizer schlossen sich 1974 zu den 24 Badisch-elsässischen Bürgerinitiativen zusammen. Einer ihrer wichtigen Protagonisten war der Fischermeister Balthasar Ehret aus Weisweil, den alle nur den „Belz“ nannten. Als Gegner der Kernenergie organisierte er mit den Gleichgesinnten der Bürgerinitiativen den Widerstand, zuerst im elsässischen Marckolsheim (gegen das dort geplante Bleiwerk), dann in seiner Heimat Weisweil am Oberrhein. Der Konflikt in Wyhl gilt als Meilenstein der Anti-AKW-Bewegung und als Wendepunkt des deutschen Umgangs mit Atomkraftwerken. Mit dem Buch „Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswo“ liegen nun erstmals Balthasar Ehrets Erinnerungen an diese bewegte Zeit vor. Dabei handelt es sich um die Verschrift- lichung von Interviews, die Herausgeberin Marion Schneider in den 1980er Jahren mit dem Atomkraftgegner führte. Die Buchvorstellung findet im Blauen Haus in Breisach statt, dem ehemaligen jüdischen Gemeindehaus. Der Versuch, das KKW In Breisach zu planen, scheiterte Anfang der 70er Jahre am Widerstand der Bevölkerung. Mittwoch 19.09.2018 Lesung: 19.00 Uhr Veranstalter: Heimatverein Wyhl Herr Joachim Kniebühler, Ort: Scheune in Wyhl, Zwei-Gärtenstraße 23a · 79369 Wyhl a. / K., Hauptstrasse 6, Wyhl Telefon0 76 42 / 92 26 88,

 

Die Glocken von Wyhl

möchten sie die Glocken der Wyhler Kirche zuhause hören?

hier ein Link dazu: https://www.ebfr-glocken.de/media/download/integration/16490/110728_quartett.mp3

Hier die Quelle dazu: https://www.ebfr-glocken.de/glockensuche/glocken-kirchen/?tab=detail&scene=detail&m=61566&e=61684&id=604

 

Spendenaufruf für die Wyhler Denkmäler

Heimatverein Wyhl_Flyer Spendenaufruf Wegkreuze

Der  große Brand in Wyhl

270 Jahre „Feuersbrunst“  07.03.1751-07.03.2021

Diese Woche jährt sich zum 270. mal ein für die Wyhler Ortsgeschichte bedeutendes Ereignis. Am Sonntag, den 07. März 1751, brach in Wyhl ein verheerendes Feuer aus, nachdem die 62 jährige Anna Trutt ihren Stall ausgeräuchert hatte. Bisher hat vor allem die abscheuliche Reaktion auf diesen Brand Aufmerksamkeit erfahren:   Anna Trutt wurde am 21. April 1751 in Endingen als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diesem Verbrechen hatte sich unter anderem Edwin Röttele mehrfach angenommen, nicht zuletzt vor zwanzig Jahren, zum 250. Jahrestag des Justizmordes.

Das Feuer selbst und seine Auswirkungen auf das Dorf haben indes weniger Aufmerksamkeit erfahren.   Das Feuer brach laut dem Tagebuch des hiesigen Pfarrers nachmittags um halb zwei aus.  Innerhalb kürzester Zeit breitete es sich auf weitere Stallungen aus. Löschutensilien wurden zur Eindämmung durch den Vogt und Adlerwirt  Johannes Schweizer aus dem „Spritzenhisli“ verteilt, Feuerreiter wurden in die Nachbarorte versandt. Der Abt Peter Klunk aus St.Märgen schrieb hierzu: „Die Nachbarschaft hat villes geholfen, und haben nur die Kenzinger 80 Mann mit Sprizen, Feueraimer etc. darzu geschickt.“  Der Brand entfachte laut dem Abt oben im Dorf, in Richtung Endingen. Versucht man nun den Brandverlauf nachzuempfinden, müssen die damaligen Ortsverhältnisse berücksichtigt werden. Wyhl glich noch einem mittelalterlichen Dorf, die Häuser standen eng beinander und waren mit Stroh und Holzschindeln bedeckt, breite Straßen gab es wenige und die Wege trugen andere Namen. So hieß die Hauptstraße „Lange Gass“, in der Guldengasse verlief eine Stichgasse namens „St. Märgemer Gass“. Die Ortsfläche entsprach nur  etwa einem Drittel des heutigen Dorfes. Der Ortsetter erstreckte sich von Ost nach West von der Etterstraße bis zur Reckholderstraße, und von Norden nach Süden von der Weisweiler Straße bis zur Endinger Straße. Nach Fritz Späths Beschreibung kann am Brandtag von einem Südwest Wind ausgegangen werden. Diese Behauptung deckt sich mit dem Schadensbild, das von dem Abt Peter Glunk gegeben wird, wonach der größte Schaden im Bereich der St.Märgemer Gasse entstand. Die Zahl der insgesamt zerstörten Häuser liegt, je nach Quelle, zwischen 80 und 88 Häusern. Peter Glunk erwähnt außerdem ein Pferd und vier Kühe, sowie ein dreijähriges Kind (nach der Ortschronik Blasius Blum), welche durch das Feuer umgekommen seien. Die brennenden Schindeln der Häuser seien bis nach Weisweil geflogen, die Totenbäume auf dem Friedhof hätten ebenfalls Feuer gefangen, auch die hölzernen Brunnensäulen verbrannten , was als übernatürliches Zeichen gedeutet wurde. Das Wasser der Brunnen habe für die Löscharbeiten nicht mehr ausgereicht, der Brandweier am Rheinbrückle (Nepomuk) sei leergeschöpft gewesen. Die Löschketten wurden daher bis an den Rheingießen (Mühlbach) gebildet. Nach dem Feuer wurde mehrere Nächte Brandwache gehalten um wieder aufflammende Glutnester zu ersticken. Hierbei haben sich vor allem die Endinger Helfer über alle Maße verdient gemacht.

Insgesamt wurde der Schaden auf 80 000 Gulden geschätzt, Peter Glunk erwähnt außerdem „1000 Viertel Frucht“ welche „theils verbrennt, theils gestollen worden“ seien.  Die Ausmaße des Brandes waren für die Dorfbewohner nicht rational zu erklären, die Mutmaßungen eskalierten und Anna Trutt wurde schnell denunziert und verhaftet. Die erste Nacht wurde sie im Lehrerhaus in einer Kammer unter der Treppe festgesetzt, dort wo heute das Feuerwehrhaus steht. Erstmals schrieb 1780 ein Journalist Sander in der Leipziger Zeitung über den Vorfall, in einem „Beitrag zur Hexengeschichte von Deutschland“. Detailgenau wird dargelegt, was Anna Trutt später unter Folter ausgesagt hatte. Auch die Initialen der Wyhler Denunzianten wurden von Sanders erfasst. Die Zahl der Schaulustigen bei Anna Trutts Hinrichtung schwankt zwischen 6000 und 12000 Anwesenden.

Der Brand hatte langfristige  Auswirkungen auf das Wyhler Ortsbild. Der Ort sollte sich nach dem Wiederaufbau  über seine ehemaligen Grenzen erstrecken, damit mehr Raum zwischen den Häusern liegen könne. Es entstanden neue Straßen und Gässlein. Es kann vermutet werden, dass beispielsweise die Adlergasse hier ihren Ursprung hat. Der damalige Wyhler Rat erstellte außerdem laut Fritz Späth eine Brandgeschädigten Liste und zwei Wyhler Bürger erhielten eine Genehmigung, um in anderen Ortschaften Spenden zu sammeln,  welche in einem Sammlungsbuch eingetragen wurden. So spendeten beispielsweise Königschaffhausen 12 Viertel Frucht und Leiselheim sechs Viertel. Peter Glunk erwähnt außerdem den Wiederaufbau der Wyhler Scheune im Juni 1751 als Brandhilfe anderer Ortschaften, sie sei „größer und weith besser gemacht worden.“  Heute kann in der Guldengasse an einigen Fachwerkhäusern anhand der Balkenritzung erkannt werden, ob sie beim Brand vom 07.März 1751 beschädigt wurden.

Die Geschichte des Brandes kann einerseits als Erinnerung dienen, wie Ortschaftsgrenzen bei der Bekämpfung des Brandes und beim Wiederaufbau überschritten wurden und Solidarität mit den Wyhler Bürgern* innen gezeigt wurde. Es muss aber immer gemahnt werden, dass einzelne als Sündenböcke hinhalten mussten und Verbrechen begangen wurden, die durch die Ausmaße des Brandes nicht gerechtfertigt werden können. Die Geschichte der Feuersbrunst von 1751 und ihre Auswirkungen ist somit vielschichtig und verdient es, weiterhin Aufmerksamkeit zu erfahren.

Joachim und Niklas Kniebühler, Februar 2021, Heimatverein Wyhl

„Viel Rüstgewehr und wenig Ehr“

Vortrag mit Dr. Stefan Mäder, im Schützenhaus Wyhl im März 2019. 90 Personen lauschen dem spannenden Vortrag von Dr. Stefan Mäder

Ein Bericht dazu finden sie hier in der Badischen Zeitung:

Hier eine Zusammenfassung vom Vortrag mit Dr. Stefan Mäder am Freitag 08.02.2019, Kooperationsveranstaltung des Schützen und Heimatverein Wyhl eV:

„Viel Rüstgewehr und wenig Ehr“

Nahezu achtzig Personen konnte der Vorsitzende der Wyhler Schützen,  Arno Müßle, am Freitagabend  19:30 Uhr im Saal begrüßen. Die Anwesenden setzten sich hauptsächlich aus  Mitgliedern der umliegenden  Jäger, Schützenvereinen und Geschichtsvereinen zusammen. Das historische Ambiente  in der ehemaligen Zigarrenfabrik eignete sich hervorragend für diesen Anlass. Joachim Kniebühler vom Heimatverein Wyhl begann mit einem  kurzen Einblick in die Wyhler Dorfgeschichte und zeigte mit Bildern und Texten die Ereignisse im 17 Jhdt. und vom dreißigjährigen Krieg.

Dabei kamen einige Details, entnommen aus der Wyhler Chronik von Fritz Späth, wieder ans Tageslicht. Anschließend zeigte Dr. Stefan Mäder die Entwicklung der Militärtechnik. Hier ging es um die Veränderung  der Kampfesweise mit allerlei Waffen sowie die Entwicklung der Waffengattungen und deren Einsatz.

Anschaulich  mit Texten und Bildern aber auch mit originalen Gegenständen wie z.B. historischen Schwertern, Degen und Spießen erklärte Stefan Mäder die Geschichte der Waffen und Hilfsmitteln vergangener Tage, ohne diese zu verherrlichen oder die Schrecken der Kriege zu verdrängen. Zum Schluss stellte er sich dem nachfragenden Publikum zur Verfügung und die mitgebrachten historischen Waffen konnten von den Zuhörern angefasst und selbst erforscht werden.

Die Kooperation zweier Vereine war heute ein Erfolg und wird mit anderen Wyhler Vereinen zukünftig gesucht werden, meinte der Vorsitzende des Heimatverein Joachim Kniebühler. Jeder Verein hat sein Thema und damit seine Geschichte die man allgemein aber auch auf das Dorfgeschehen hin beleuchten kann.

Er übereichte zum Schluss einen guten selbstgebrannten an Hr. Müßle und Hr. Mäder als Geschenk  und man saß noch gemütlich zusammen.

Broschüre:

1933-1945 Wyhl am Kaiserstuhl, unser Dorf in friedloser Zeit. Der Heimatverein hat eine Broschüre mit dem Historiker Dr. Norbert Ohler herausgebracht. In dieser Broschüre wird unser Dorf in friedloser Zeit gezeigt.

Wyhl im Nationalsozialismus und Krieg, Erzählungen, Bilder und Berichte aus dieser Zeit.

Erhältlich in der Wyhler Bücherei oder bei uns im Museum für  5,-€.

 

Ferienspielaktion 2018

Ausflug in das Alamannen Museum Vörstetten

Bei heißem Wetter machten sich die Vorstands Mitglieder Christine Hanselmann, Jürgen Bleier und Joachim Kniebühler (unterstützt von Melanie Kniebühler) gegen 13.30 Uhr mit den Kindern auf den Weg nach Vörstetten. Mitgefahren sind 12 Kinder.

Im Museum empfing uns der promovierte Archäologe Dr. Nicklot Krohn gemeinsam mit dem Praktikanten Hr. Bölstler.

Wir stießen alle gemeinsam eine Pforte in das sechste Jahrhundert auf. Im Vörtstetter Museum gingen wir auf den Spuren unserer Vorfahren, den Alemannen, durch ein original rekonstruiertes Dorf aus der Zeit nach der Völkerwanderung. Wir erfuhren wie die germanischen Stämme vom Norden in unsere Gegend kamen und mit den Römern hier lebten.

Auch Wyhler Exponate (!) sind in der Ausstellung zu finden.

Wir tauchten in den Alltag der Alemannen ein und lernten wie sie zusammen mit ihren Tieren in einem Pfosten-Langhaus lebten und sich selbst versorgten. Wir kamen in den Garten und sahen, was die Alemannen anbauten und aßen. Im Handwerkerhaus durften wir sehen wie die Menschen früher zum Beispiel schmieden, tischlern und weben konnten.

Das Schöne und Interessante in dem Museum war, dass wir alles anfassen durften und mit den Gegenständen sogar arbeiten konnten. So haben wir Lehm gestampft und eine Lehmwand hergestellt und Körner zu Mehl gemahlen und Stockbrot gebacken.

Es war ein abenteuerlicher Nachmittag und wir haben viel aus unserer Geschichte gelernt. Gegen 17.45 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Wer mehr über das Alamannen-Museum Vörstetten wissen oder es selbst mal besuchen will, kann sich → hier informieren

Denkmalschutz

Der Heimatverein Wyhl engagiert sich auch für den Erhalt von unseren Wyhler  Kleindenkmälern.
Von 2011 bis 2017 wurden viele Wegkreuze, Grenzsteine und andere Denkmäler gelistet und dem Denkmalamt Stuttgart übergeben.

Der Heimatverein appelliert zum Erhalt solcher Kunst und Kulturgegenständen.

Sonderausstellung Wyhler Keltischer Grabhügel:

Von November 2018 bis Mai  2019 zeigte der Heimatverein mit der Gemeinde Wyhl die Ergebnisse der Ausgrabung (2011)eines Eisenzeitlichen Grabhügels.

Keltische Wyhler Geschichte wurde  im Wyhler Museum gezeigt.

Der Heimatverein dankt  der Gemeinde Wyhl -Hr. Bürgermeister Burger und dem Denkmalamt Freiburg –Fr. Dr. Gertrud Kuhnle für dieses tolle Event.



Am Sonntag, den 8. April 2018 fand unsere Bilderausstellung zum Thema

Kinder, wie die Zeit vergeht!

in der Turn- und Festhalle Wyhl statt. 
[Den Bericht der Badischen Zeitung → können Sie hier lesen.]

Bildaustellung Festhalle Wyhl, Joachim Kniebühler (Vorstand)

Gezeigt wurden Bilder vergangener Tage und Rudi Schwörers Film über unser Dorf.

Besonderen Anklang fand auch die Vorstellung des neuen Projekts des Heimatverein “Das Wyhler Malbuch mit dem Mops Bläsi”.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht und viele erkannten sich oder schon längst verstorbene Verwandte auf den gezeigten Fotos aus früheren Tagen wieder.

Eine rundum gelungene Veranstaltung!

Vielen Dank an alle Helfer!

Bildausstellung Festhalle Wyhl

Balthasar Ehret

Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswoBUCHVORSTELLUNG Die Anti-AKW-Bewegung in den 1970er Jahren machte die Bevölkerung des Kaiserstuhls zu Verfechtern des zivilen Ungehorsams und des bürgerlichen Widerstandes. Kaiserstühler, Elsässer und Nordschweizer schlossen sich 1974 zu den 24 Badisch-elsässischen Bürgerinitiativen zusammen. Einer ihrer wichtigen Protagonisten war der Fischermeister Balthasar Ehret aus Weisweil, den alle nur den „Belz“ nannten. Als Gegner der Kernenergie organisierte er mit den Gleichgesinnten der Bürgerinitiativen den Widerstand, zuerst im elsässischen Marckolsheim (gegen das dort geplante Bleiwerk), dann in seiner Heimat Weisweil am Oberrhein. Der Konflikt in Wyhl gilt als Meilenstein der Anti-AKW-Bewegung und als Wendepunkt des deutschen Umgangs mit Atomkraftwerken. Mit dem Buch „Kein Kernkraftwerk in Wyhl und auch nicht anderswo“ liegen nun erstmals Balthasar Ehrets Erinnerungen an diese bewegte Zeit vor. Dabei handelt es sich um die Verschrift- lichung von Interviews, die Herausgeberin Marion Schneider in den 1980er Jahren mit dem Atomkraftgegner führte. Die Buchvorstellung findet im Blauen Haus in Breisach statt, dem ehemaligen jüdischen Gemeindehaus. Der Versuch, das KKW In Breisach zu planen, scheiterte Anfang der 70er Jahre am Widerstand der Bevölkerung. Mittwoch 19.09.2018 Lesung: 19.00 Uhr Veranstalter: Heimatverein Wyhl Herr Joachim Kniebühler, Ort: Scheune in Wyhl, Zwei-Gärtenstraße 23a · 79369 Wyhl a. / K., Hauptstrasse 6, Wyhl Telefon0 76 42 / 92 26 88,